Wellenrausch am Faro de Trafalgar

Mitte November war ich zum zweiten Mal am Faro de Trafalgar an der Costa de la Luz ganz im Westen Andalusiens. Dieser Leuchtturm steht auf einem sandigen Kap, das von der fortwährenden Dünung des Atlantiks herrlich zerklüftet ist, aber auch gleichzeitig eine schöne Dünenlandschaft bereithält.

Auch dieses Mal donnerten die Wellen gegen die Felsen des vorgelagerten Plateaus unterhalb des Leuchtturms. Der kräftige Ostwind blies den Wellen entgegen und trieb die Gischt der Wellenkämme wieder in die andere Richtung. Heraus kamen wunderbare Schleier aus Licht, denn die Sonne stand bereits recht tief am Horizont.

Ich konzentrierte mich eine ganze Weile darauf, besonders schöne Wellenkämme mit dem Tele-Objektiv zu isolieren. Die verschiedenen Farben des Wassers im Gegenlicht sind etwas ganz besonderes.

Später als die Tide etwas zurückgegangen war, hockte ich mit dem Stativ auf einer Felsplatte und versuchte, den Klatschmoment von Wellen zu erwischen, die besonders dramatisch gegen einen Felsen donnerten. Als das Licht dann richtig fein wurde, wollte ich noch einige Langzeitbelichtungen machen, um das bewegte Wasser etwas zu verwischen.

Dazu musste ich kurz zum Rucksack zurück, um die Filter zu holen, doch plötzlich ging gas Licht aus. Ich hatte das berühmt-berüchtigte Wolkenband am Horizont nicht bemerkt, das den Sonnenuntergang eine gute halbe Stunde vorverlegte und von jetzt auf gleich sämtliches Licht aus der Szene raubte.

Meine Langzeitbelichtungen habe ich trotzdem gemacht, hatte dann aber Bilder mit bewegtem Wasser bei Licht und Bilder von verzogenem Wasser ohne Licht. Also musste ich kreativ werden und zwei Bilder mit völlig unterschiedlichen Lichtverhältnissen ineinander bauen. In der Realität ist das natürlich völlig abwegig, aber Kunst darf das!

So gibt’s dann hier 1/1250s im Hintergrund und 0,6s im Vordergrund.

Time Warp

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